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Das kann auch eine Kuh sein

17.04.2009 – CARE: eine Hilfsorganisation 60 Jahre nach den Care-Paketen

 

Text: Michaela Mehls    
Fotos: Kay Herschelmann

Das Paket ist schon 60 Jahre alt und sieht ein wenig abgenutzt aus. Im letzten Jahr ist es mit Christoph Ernesti bei vielen Jubiläumsveranstaltungen in Erinnerung an die Berliner Luftbrücke dabei gewesen. Die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg e.V. (CARE), deren Berliner Büro Ernesti als Geschäftsführer leitet, hatte während der Blockade von Berlin in den Jahren 1948 und 1949 rund 200.000 Care-Pakete für die notleidende Bevölkerung eingeflogen – parallel zu den Versorgungsflügen mit den »Rosinenbombern« der Amerikaner und Briten. 

Auch heute gibt es Care-Pakete, ist die Nothilfe neben der Entwicklungszusammenarbeit der wichtigste Arbeitsbereich der Hilfsorganisation. Sie ist eine der größten weltweit. »Der fachliche Ansatz hat sich gewandelt. Nahrungsmittel liefern wir nur noch im Notfall. Das Care-Paket von heute bringt Hilfe zur Selbsthilfe, zum Beispiel Saatgut. Es kann auch eine Kuh sein«, so Ernesti. Und erzählt, wie die Nothilfe in Krisengebieten heute organisiert ist. Wenn der betroffene Staat ein internationales Hilfeersuchen gestellt hat, steht am Anfang ein so genanntes Assessment. Mit lokalen Vertretern, das können Bürgermeister oder Geistliche sein, wird geklärt, wer was und wo benötigt. Gekauft wird immer auf den lokalen Märkten – sofern diese noch existieren. Die Koordinierung der internationalen Hilfe wird häufig von UN-Organisationen übernommen.

UN-Beraterstatus I: Die Stimme von CARE hat Gewicht 

Zu den Zuwendungsgebern von CARE gehören zum Beispiel das Europäische Amt für Humanitäre Hilfe (ECHO) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ein Drittel der Zuwendungen erhält CARE von privaten Spendern. »2008 haben wir ein Spendenwachstum von zehn Prozent verzeichnet. Wir sind sehr zufrieden«, sagt Christoph Ernesti. Seit Februar 2008 leistet er von Berlin aus die Aufgaben einer Hauptstadtrepräsentanz: Lobbyarbeit, also den Draht zur Politik und zu den Ausschüssen pflegen, sowie Networking und PR. Das voll ausgestattete Büro hat er im Dussmann Office angemietet, im Dussmann-Haus an der Friedrichstraße. Zum Reichstag sind es nur fünf Minuten zu Fuß. »Die zentrale Lage ist ein großer Vorteil. Für den Vorstand, wenn er im Reichstag Termine hat. Aber auch für Dritte. Man kann mit drei Worten beschreiben, wo das Büro liegt.

Einrichtungen, wie einen Konferenzraum, kann ich nutzen, wenn ich sie brauche. Ich leiste mir keinen großen Überbau. Da spielt auch der Kosten-Nutzen-Faktor eine Rolle.« Anfang des Jahres trafen sich alle Nothilfe-Leiter von CARE weltweit zu einer internationalen Konferenz im Dussmann-Haus. Ernesti schätzt das Team im Office als »gutes Personal, angenehm im Umgang, offen«. Der Empfang nimmt zum Beispiel seine Post und Anrufe für ihn entgegen, wenn er in der Bonner Hauptgeschäftsstelle ist.  

2009 möchte Ernesti eine Brücke zur jüngeren Generation schaffen. Gemeinsam mit Studentengruppen will er auf dem Christopher-Street-Day und dem Karneval der Kulturen über AIDS aufklären: »Das ist Teil der Bekämpfung der armutsbedingten Krankheiten AIDS, Malaria und Tuberkulose«, sagt Ernesti. Ein Kondom wäre dann sinnvoller Bestandteil eines Care-Paketes für die junge Generation.  Weitere Informationen zu den Leistungen von Dussmann Office unter

 


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