Serviceplus

Serviceplus

Magazin: Serviceplus
Die aktuelle Ausgabe des Magazins »Serviceplus« informiert über alle wichtigen Neuigkeiten von Dussmann Service :: mehr

Von Durstlöschern und Sattmachern

12.09.2008 – Düsseldorf, an einem Sonntag im März, am ISS DOME. Rot-gelbe Wollschals überall.

 

Von Michaela Mehls

Sie weisen nicht nur die auf Einlass wartenden Besucher als Fans der Eishockey-Mannschaft DEG METRO STARS aus. Sie schützen auch vor dem kalten Wind. Die von der DüsseldorfCongress Veranstaltungs-GmbH betriebene Multifunktionshalle sorgt mit großen Events und 30 Eishockey-Spielen pro Saison für Furore. Vor zwei Jahren, am 3. September 2006, ging das 72-Millionen-Projekt ans Netz. Einen Schlüssel zum Erfolg sieht Manfred Kirschenstein, Leiter des ISS DOMEs, in der Multifunktionalität: »Für mich bedeutet multifunktional zu sein, ein hohes Maß an Flexibilität. Je flexibler wir uns auf eine Veranstaltung einstellen können, umso leichter ist sie zu realisieren. Wir versuchen eben, alles möglich zu machen. Der persönliche Einsatz des Teams und die Variabilität des ISS DOMEs ist die Formel für das Gelingen von Veranstaltungen.«

13.400 Menschen pro Veranstaltung sind nur mit guter Planung glücklich zu machen. Das gilt für die Anfahrt, das Event selbst und auch das Catering. Während die meisten Besucher noch in den Pendel-Bussen von der S-Bahn sitzen, ist Sarah Verberk bereits seit zwei Stunden mit Vorbereitungen am Kiosk gegenüber Bereich 224 beschäftigt. Die 21-Jährige ist Kiosk-Teamleiterin, »Sattmacherin« oder »Durstlöscherin« in einer Person und arbeitet für Dussmann Service. Der Multidienstleister ist seit der Eröffnung der Caterer im ISS DOME. Wenn sie nicht als Teamleiterin Mitarbeiter ein- und auscheckt, Personal umleitet oder für den Produktnachschub sorgt, steht Sarah Verberk am Verkaufstresen. Das Team des Kiosks muss sich jetzt beeilen, denn 90 Minuten vor Spielbeginn fahren die Rolltore vor den insgesamt zehn Kiosken hoch und das Speisen- und Getränkeangebot muss bis dahin stehen: An Getränken sind dies Altbier – für freundliche 2,65 € für 0,3 Liter –, Pils sowie alkoholfreie Erfrischungstränke. Heute gibt’s auch Kölsch, denn es steigt das Lokalderby gegen Köln. Das Kernsortiment an Speisen, das bei jeder Veranstaltung angeboten wird, besteht aus Laugenbrezeln, DOME Schneck – eine Bratwurstschnecke im Brötchen in ISS DOME-Form, inklusive der charakteristischen Dach-Elemente –, Bratwurst, Currywurst mit Brötchen, Pommes Frites und Pizza. Das Bistro im Erdgeschoss bietet weitere wechselnde Snacks und ist schon zwei Stunden vor Einlass geöffnet.  

Fünf Sekunden. In dieser kurzen Zeit soll ein Kiosk-Gast das gewünschte Getränk oder seinen Snack bekommen. Gut gezapft beziehungsweise mit der optimalen Verzehrtemperatur. Die Abläufe an den Kiosken sind exakt aufeinander abgestimmt und Speisen- und Getränkebestellung erfolgen getrennt. Alle Kioske sind zwar während der gesamten Veranstaltung geöffnet. Doch auch heute wird der größte Andrang in den Pausen zwischen den Spielzeit-Dritteln herrschen, und diese Pausen sind nur 18 Minuten lang.

3.500 Bratwürstchen, 400 Kilo Pommes 

Das Catering-Angebot ist ein wichtiger Teil des Gesamterlebnisses im ISS DOME. Das gilt umso mehr bei den Heimspielen der DEG METRO STARS. Führt die eigene Mannschaft, vielleicht weniger, als wenn gutes Essen und Trinken wesentlich zur Stimmungsaufheiterung beitragen können. »Heute werden wir rund 3.500 Bratwürstchen, 400 Kilo Pommes und 1.500 Brezeln verkaufen«, schätzt Markus Schlieper ein. Als Bereichsleiter von Dussmann Service ist er zusammen mit Objektleiter Bernd Schulze und Küchenleiter Christian Ständeke für die gesamte Organisation des Catering im ISS DOME verantwortlich.  

In den Umläufen tummeln sich inzwischen die ersten aufgeregten Fans. Viele in rot-gelb, das sind die DEG METRO STARS-Fans, und einige in rot-weiß, das sind die Anhänger des rheinischen Erzrivalen Kölner Haie. Im letzten Spiel haben die DEG METRO STARS durch einen 4:1-Sieg gegen die Augsburger Panther die Qualifikationsrunde, die Pre-Play-offs, für die Finalrunde um den Meistertitel, die Play-offs, erreicht. Heute entscheidet sich, ob sie im ersten Spiel der Pre-Play-offs Heimrecht haben werden. »Wir können immer noch deutscher Meister werden«, ist Frieder Feldmann, Pressesprecher der DEG METRO STARS, zuversichtlich und tippt auf 4:2 für sein Team.

Der ISS DOME hat sein eigenes Geld

Am Kiosk steht ein rot-gelber Fan mit Hunderten von Stickern auf seiner Jacke und bestellt bei Sarah Verberk Bier. »Zwei Alt, bitte«, ruft diese nach hinten, wo Darius Kaminski, 28, mit dem Zapfen beginnt, während Sarah die Geldkarte des Kunden nimmt, in das Kassengerät steckt, mit der rechten Hand die Biere greift, mit der Linken die Geldkarte wieder herauszieht und Biere und Karten plus ein Lächeln zurückgibt. Alle Zahlvorgänge im ISS DOME rund um das Catering werden, bei Eishockeyspielen und den meisten anderen Events, bargeldlos über die Gastro-Karte abgewickelt. Das geht nicht nur viel schneller und verkürzt die Wartezeiten für die Gäste, weil Münzensuchen und Wechselgeld-Ausgabe entfallen – es ist auch hygienischer. Die Karten sind an Ausgabestellen überall im ISS DOME erhältlich. Zum Aufladen stehen diverse Aufladestationen in den Umläufen zur Verfügung. Bleibt nach der Veranstaltung Guthaben auf der Karte, kann man diesen Betrag für den nächsten Besuch aufbewahren oder sich an einer der Aufladestationen wieder auszahlen lassen. Unter der Kuppel wird es langsam voll. Noch eine Stunde bis zum »Bully«, dem Anstoß auf dem Eis. Auch im WestLB Business Club mit loungeartiger Atmosphäre vertreiben sich die Gäste die Zeit mit kulinarischen Genüssen. Hier treffen sich Gäste der DüsseldorfCongress und Karteninhaber für einen der 624 Business Seats, besonders hochwertige, fest reservierte Plätze. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der DEG METRO STARS holt sich gerade etwas vom üppigen Buffet. Damit das möglich ist, haben im Bauch des ISS DOME viele Dussmann Service-Kräfte gewerkelt. In der großen Küche entstehen die Speisen für den Business Club, den DEG-Treff und das Catering für die 35 Logen. Im WestLB Business Club wird dazu Front Cooking angeboten. Der DEG-Treff ist auch Anlaufstelle für Gäste der Sponsoren. Auf den Bildschirmen über den Köpfen spricht gerade DEG-Kommentator Otto Krause. Aber es ist viel zu laut, als dass man ihn verstünde. 

Auch in der Loge von Dussmann Service wird geschlemmt. »Mit eishockeybegeisterten Gästen gehe ich auch in den Fanblock, aber hier ist es ruhiger und die Gäste können besser miteinander plaudern«, findet Dussmann Service-Verkaufsleiter Peter Krahn, der den tollen Blick auf das Hallenrund von hier oben genießt. Verschiedenste Unternehmen wie Strabag und Audi haben Logen gemietet und sie nach ihren eigenen Vorstellungen ausgestattet. In der Dussmann-Loge dominieren dunkles Holz und die Farbe rot.  

Auf dem Eis links Köln, rechts die Rot-Gelben. Die Mannschaften spielen sich warm: alle gegen ihren Torwart. Der Eiswagen fährt ein letztes Mal über die Spielfläche und verwandelt sie in einen Spiegel. »Schneewalzer«, dann das »Altbier-Lied«: Das Publikum kommt langsam in Fahrt. Diese Lieder wurden schon in der Brehmstraße gespielt. Die alte Heimat der DEG METRO STARS war zwar für ihre besondere Atmosphäre berühmt. »Der Umzug vor zwei Jahren in den ISS DOME war ein großer Schritt für uns, von der Tradition in die Moderne«, sagt Frieder Feldmann. »Es war ein altes und riechendes Gemäuer, das nur mit Kult zu ertragen war. Aber ›Harald, Paul und Erna‹ standen immer an ihrem alten Platz, die müssen sich an das neue Stadion noch gewöhnen«, meint er und brieft die Reporterin dann über den schnellsten Sport der Welt: Sechs gegen Sechs, der Torhüter ist fest, die Feldspieler wechseln »fliegend« alle 45 Sekunden. Powern, Powern, Powern ist die Devise. Wer foult, muss für zwei Minuten vom Eis. Was bedeutet, dass die gegnerische Mannschaft oft ein Tor macht.

Die Cheerleader bringen sich in Stellung. Der Hallensprecher ruft den Vornamen jedes Spielers, das Publikum brüllt die Nachnamen. Das Licht erlischt, Wunderkerzen funkeln. Unter »Starwars«-Musik laufen die Teams auf das Eis, dann fliegt der Puck. Die Fans der Rot-Gelben geben alles: Sie springen, schwingen die Fahnen, feuern nach Leibeskräften an. Und doch müssen sie mit ansehen, wie Köln nach wenigen Minuten in Führung geht. 

Ganz oben, unter dem Hallendach. Die Düsseldorfer erzielen den Anschlusstreffer zum 1:2 und die Fans begleiten ihren Jubel, indem sie ihre Fanschals über den Köpfen herumwirbeln. Ein schönes Bild. Die Stimmung ist merkwürdig verwischt hier oben: Der ganz große Lärm kommt nicht bis hierher.

Keine Sekunde versäumen!

Doch niemand muss auf Service verzichten, Sarah Verberk ist ja da. Gewappnet mit einem elektronischen Bestellmodul, dem Handheld, ist sie als Runner unterwegs. Ein Mann winkt ihr und schon ist sie mit dem Handheld bei ihm. Er tippt seine Bestellung ein, Bier und Bratwurst, und bezahlt mit seiner Gastro-Karte. Das Signal geht per WLAN an den nächstgelegenen Kiosk und innerhalb von zwei Minuten bekommt der Gast die Bestellung direkt an den Platz geliefert. Dieser Service am Platz ist in Europas Arenen einmalig. Derzeit nur bei Eishockey-Spielen und mit begrenztem Angebot, aber ein Grund mehr dafür, dass der Cateringumsatz im ISS DOME um 15 bis 30 Prozent höher liegt als in vergleichbaren Hallen. »Schließlich muss kein Fan mehr Angst vor ›Murphys Law‹ haben: Das Tor fällt, während er am Kiosk für ein Bier ansteht«, sagt Markus Schlieper. 

Schon kurz vor dem Ende des zweiten Drittels sind die Kioske wieder umlagert. Während Sattmacher und Durstlöscher wirbeln, erregt sich ein Fan über die neue Regel »vier statt drei Schiedsrichter«. »Jetzt pfeifen die bei jeder kleinen Handgreiflichkeit, wir sind doch nicht beim Schach!« Eishockey ist nicht nur die schnellste, sondern auch eine der härtesten Sportarten. Älter als 35 ist kein Spieler und die sieben Kilo, die der Torhüter an Schutzkleidung trägt, haben ihren Sinn. Der Puck fliegt mit 160 Stundenkilometern über das Eis.

Noch bevor der Stand von 1:4 zum Endstand geworden ist, verlassen nicht wenige Düsseldorfer Fans mit hängenden Köpfen die Halle in Richtung der Kioske oder steuern das Bistro an. »Ihr könnt nach Hause fahren, ihr könnt nach Hause fahren!«, begleiten die Kölner Fans ihren Weg. Abpfiff. Die Niederlage wirft die DEG auf den zehnten Platz der Tabelle, damit spielen sie am Mittwoch in Hannover gegen Hannover. Kein Heimrecht also. Kapitän  und Publikumsliebling Daniel Kreutzer mit der Rückennummer 23 bleibt optimistisch: »Mein Traum ist es, in vier Wochen hier noch einmal zu stehen und die Meisterschaft zu feiern!«, ruft er den Fans zu. Der Jubel von den Rängen ist laut und trotzig.

Eine Stunde später, auf dem Eis mit Manfred Kirschenstein. Der Hallenchef des ISS DOME ist auch für die Philipshalle verantwortlich. Er ist seit 20 Jahren in diesem Beruf und »liebt die verschiedenen Typen und Künstler, mit denen man zu tun hat«. Die Philipshalle mit 7.500 Plätzen hat eine gute Kapazität und mit Konzert- und Sportevent-Besuchern eine eher homogene Klientel. Auch hier sorgt Dussmann Service für das Catering. Im ISS DOME besteht Kirschensteins Aufgabe darin, »eine neue Klientel unter einen Hut zu bringen«, sagt er: die vielen Firmenevents, die hier stattfinden, mit den Ansprüchen der Eishockey-Fans, »die im Pulli kommen, den Oma gestrickt hat, und sagen, es sei zu warm«. Glücklicher-weise kann der ISS DOME innerhalb von nur acht Stunden für die nächste Veranstaltung umgebaut werden. So sind zwischen 100 und 130 Veranstaltungstage möglich. Mario Barth kann also kommen, vom 27. bis 29.11.2008. Und auch für die nächste Eishockey-Saison ab September ist der ISS DOME bereit. 

Fast wäre Kreutzers Wunsch noch wahr geworden: Seine Mannschaft erreichte das Halbfinale.

 


:: zurück zur Übersicht